Bei der Planung einer Wärmepumpen-Anlage steht oft die Frage: reicht ein Warmwasserspeicher mit einem Wärmetauscher (WP1) — oder braucht es einen mit zwei Tauschern (WP2)? Die Antwort entscheidet darüber, ob das System monoenergetisch oder bivalent geplant wird.
Ausgangspunkt: warum überhaupt ein WP-Speicher?
Trinkwasser darf nicht direkt durch die Wärmepumpe fließen — Hygiene, Korrosion und Druckverhältnisse sprechen dagegen. Deshalb braucht jede Anlage einen indirekten Warmwasserspeicher: ein Tank mit innenliegendem Wärmetauscher, durch den das Heizungswasser der Wärmepumpe zirkuliert, während außen das Trinkwasser erwärmt wird.
Gemäß DIN 4753 muss dieser Speicher entweder emailliert und mit Magnesiumanode ausgestattet sein — oder komplett aus Edelstahl gefertigt. Die SILO WP-Serie erfüllt beide Varianten.
WP1: ein Wärmetauscher — für monoenergetische Anlagen
Die SILO WP1-Serie (170 bis 1.000 Liter) hat einen einzigen, großzügig dimensionierten Wärmetauscher. Dieser ist speziell für die moderaten Vorlauftemperaturen von R290-Propan-Wärmepumpen ausgelegt — bei der WP1 300-GR sind es etwa 4,0 m² Wärmetauscherfläche, bei den großen Varianten bis zu 8 m².
Typisches Einsatzszenario:
- Einfamilienhaus mit einer R290-Wärmepumpe als alleinigem Wärmeerzeuger
- Keine Solarthermie geplant
- Warmwasser komplett über die WP
Für Nachrüstung oder Legionellen-Thermoschutz ist serienmäßig ein 1″1/2-Anschluss für einen elektrischen Heizstab (Boilernova) vorhanden.
Sondervariante: WP1 190 Slim
Wenn der Technikraum eng ist, ist die SILO WP1 190 Slim die Lösung: 180 Liter Volumen bei nur 400 mm Durchmesser (2.150 mm Höhe). Komplett aus Edelstahl AISI 316L, Wärmetauscher aus AISI 304, zusätzlich mit Magnesiumanode.
WP2: zwei Wärmetauscher — für bivalente Systeme
Die SILO WP2 (300 und 500 Liter) hat zwei Wärmetauscher — typisch 3,7 m² oben und 1,2 m² unten. Das ermöglicht die gleichzeitige Einbindung von zwei Wärmequellen:
Bivalente Einsatzfälle:
- Wärmepumpe + Solarthermie: WP oben (hohe Vorlauftemperatur der WP), Solar unten (niedrige Vorlauftemperatur, große Fläche)
- Wärmepumpe + Kaminofen mit Wassertasche
- Wärmepumpe + Gaskessel (als Fallback oder für Spitzenlast)
Die untere Spule bleibt kühler, oben liefert die WP hygienisches Warmwasser — die Schichtung bleibt erhalten, was für die Effizienz beider Wärmeerzeuger entscheidend ist.
Entscheidungshilfe: WP1 oder WP2?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| R290-Wärmepumpe, keine Solaranlage, EFH | WP1 200 / 300-GR |
| Schmaler Technikraum (z.B. Sanierung) | WP1 190 Slim |
| WP + Solarthermie für Warmwasser | WP2 300-GR |
| Mehrfamilienhaus zentral | WP1 500–1.000 L |
| WP + Kaminofen / Hybridkessel | WP2 300 oder 500 |
Pitfall: Wärmetauscherfläche nicht unterdimensionieren
Der häufigste Fehler bei Warmwasserspeichern für Wärmepumpen: zu kleiner Wärmetauscher. Ein Speicher, der ursprünglich für einen Öl- oder Gaskessel ausgelegt wurde (60–80 °C Vorlauf), überträgt bei einer Wärmepumpe (45–55 °C Vorlauf) nicht genug Leistung ins Trinkwasser. Die WP läuft dann länger, die JAZ sinkt — oder der Installateur muss mit einem elektrischen Heizstab nachhelfen.
Die SILO WP-Serie ist speziell für R290-WP dimensioniert, das ist einer der Haupt-Pluspunkte gegenüber generischen Brauchwasserspeichern.
Fazit
- WP1 für alle Standardfälle — R290-WP alleine, EFH, MFH zentral
- WP2 für bivalente Anlagen mit Solar, Kaminofen oder zweitem Kessel
- WP1 190 Slim für schmale Aufstellräume in Sanierungsprojekten
- Bei Einsatz mit Wärmepumpen: immer auf ausreichend Wärmetauscherfläche achten
Wir beraten gerne zur passenden Variante in Kombination mit Hydrobox und Pumpengruppe — Projekt-Anfrage hier.