Bei der Planung einer Wärmepumpen-Anlage steht oft die Frage: reicht ein Warmwasserspeicher mit einem Wärmetauscher (WP1) — oder braucht es einen mit zwei Tauschern (WP2)? Die Antwort entscheidet darüber, ob das System monoenergetisch oder bivalent geplant wird.
Ausgangspunkt: warum überhaupt ein WP-Speicher?
Trinkwasser darf nicht direkt durch die Wärmepumpe fließen — Hygiene, Korrosion und Druckverhältnisse sprechen dagegen. Deshalb braucht jede Anlage einen indirekten Warmwasserspeicher: ein Tank mit innenliegendem Wärmetauscher, durch den das Heizungswasser der Wärmepumpe zirkuliert, während außen das Trinkwasser erwärmt wird.
Dieser Speicher muss innen vor Korrosion geschützt sein: entweder emailliert und mit Magnesiumanode ausgestattet — oder komplett aus Edelstahl gefertigt. Die SILO WP-Serie erfüllt beide Varianten.
WP1: ein Wärmetauscher — für monoenergetische Anlagen
Die SILO WP1-Serie (170 bis 1.000 Liter) hat einen einzigen, großzügig dimensionierten Wärmetauscher. Dieser ist speziell für die moderaten Vorlauftemperaturen von R290-Propan-Wärmepumpen ausgelegt — bei der WP1 300-GR sind es etwa 4,0 m² Wärmetauscherfläche, bei den großen Varianten bis zu 8 m².
Typisches Einsatzszenario:
- Einfamilienhaus mit einer R290-Wärmepumpe als alleinigem Wärmeerzeuger
- Keine Solarthermie geplant
- Warmwasser komplett über die WP
Für Nachrüstung oder Legionellen-Thermoschutz ist serienmäßig ein 1″1/2-Anschluss für einen elektrischen Heizstab (Boilernova) vorhanden.
Sondervariante: WP1 190 Slim
Wenn der Technikraum eng ist, ist die SILO WP1 190 Slim die Lösung: 180 Liter Volumen bei nur 400 mm Durchmesser (2.150 mm Höhe). Komplett aus Edelstahl AISI 316L, Wärmetauscher aus AISI 304, zusätzlich mit Magnesiumanode.
WP2: zwei Wärmetauscher — für bivalente Systeme
Die SILO WP2 (300 und 500 Liter) hat zwei Wärmetauscher — typisch 3,7 m² oben und 1,2 m² unten. Das ermöglicht die gleichzeitige Einbindung von zwei Wärmequellen:
Bivalente Einsatzfälle:
- Wärmepumpe + Solarthermie: WP oben (hohe Vorlauftemperatur der WP), Solar unten (niedrige Vorlauftemperatur, große Fläche)
- Wärmepumpe + Kaminofen mit Wassertasche
- Wärmepumpe + Gaskessel (als Fallback oder für Spitzenlast)
Die untere Spule bleibt kühler, oben liefert die WP hygienisches Warmwasser — die Schichtung bleibt erhalten, was für die Effizienz beider Wärmeerzeuger entscheidend ist.
Entscheidungshilfe: WP1 oder WP2?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| R290-Wärmepumpe, keine Solaranlage, EFH | WP1 200 / 300-GR |
| Schmaler Technikraum (z.B. Sanierung) | WP1 190 Slim |
| WP + Solarthermie für Warmwasser | WP2 300-GR |
| Mehrfamilienhaus zentral | WP1 500–1.000 L |
| WP + Kaminofen / Hybridkessel | WP2 300 oder 500 |
Pitfall: Wärmetauscherfläche nicht unterdimensionieren
Der häufigste Fehler bei Warmwasserspeichern für Wärmepumpen: zu kleiner Wärmetauscher. Ein Speicher, der ursprünglich für einen Öl- oder Gaskessel ausgelegt wurde (60–80 °C Vorlauf), überträgt bei einer Wärmepumpe (45–55 °C Vorlauf) nicht genug Leistung ins Trinkwasser. Die WP läuft dann länger, die JAZ sinkt — oder der Installateur muss mit einem elektrischen Heizstab nachhelfen.
Die SILO WP-Serie ist speziell für R290-WP dimensioniert, das ist einer der Haupt-Pluspunkte gegenüber generischen Brauchwasserspeichern.
Fazit
- WP1 für alle Standardfälle — R290-WP alleine, EFH, MFH zentral
- WP2 für bivalente Anlagen mit Solar, Kaminofen oder zweitem Kessel
- WP1 190 Slim für schmale Aufstellräume in Sanierungsprojekten
- Bei Einsatz mit Wärmepumpen: immer auf ausreichend Wärmetauscherfläche achten
Wir beraten gerne zur passenden Variante in Kombination mit Hydrobox und Pumpengruppe — Projekt-Anfrage hier.